Baugesuch angepasst: Friedas Garten blüht mit Verzögerung

Rudolfingen - Noch ein Gebäude und fünf statt acht Einheiten: Die Genossenschaft Friedas Garten nimmt einen neuen Anlauf für altersgerechte Wohnungen. Das Land wird von einer Privatperson im Baurecht abgegeben.

Roland Spalinger (spa) Publiziert: 06. Februar 2026
Lesezeit: 3 min

Die Baubewilligung steht noch aus. Diese war vor gut vier Jahren auch nicht das Problem; die Gemeinde Trüllikon war beratend in die Ausarbeitung der Pläne der Wohnbaugenossenschaft Friedas Garten in Rudolfingen involviert gewesen. Genützt hatte es nichts. Das Baurekursgericht gab den Rekurrierenden recht und rügte die Gemeinde, sich bei der Erteilung der Baubewilligung über kantonales Recht hinweggesetzt zu haben.

Streitpunkt war: Die zwei mit verglastem Mittelteil mit Lift und Treppen verbundenen Häuser galten nicht als zwei Gebäude, wie die Genossenschaft argumentierte, sondern als eines und war somit zu breit. «Da stehen wir nun», sagte Felix Feurer nach dem Entscheid (AZ vom 28.4.2023).

Er war die treibende Kraft hinter Friedas Garten gewesen und sah das Projekt – als Bezugstermin war im Kurzbeschrieb 2023 vorgesehen gewesen – nicht als gescheitert, aber wieder ziemlich am Anfang. Oder zu spät für ihn selber. Er und seine Frau nahmen deshalb Abschied von der Idee, im angestammten Umfeld bleiben zu können, und zogen nach Andelfingen.

Interessierte für alle Wohnungen

Für die Wohnbaugenossenschaft bedeutete die Niederlage auf juristischem Boden der Verlust aller Interessierten. Alle acht Wohnungen wären vermietet gewesen, sagt Jonas Schönberger. Der Rudolfinger lebt in Schaffhausen und hat das Präsidium übernommen. Zum einen, weil er die Idee als richtig empfindet, kleinere Wohnungen zu schaffen, damit grosse Häuser frei werden. Und zum anderen wegen Lotti Herrmann, die nicht aufgeben wollte.

Sie lebt in St. Gallen, hat ein Haus im Ort und gibt die 1000 Quadratmeter grosse Parzelle am östlichen Dorfeingang im Baurecht ab. Von Anfang Dezember bis Mitte Januar lagen die redimensionierten Pläne bei der Verwaltung auf. Der Baurechtsentscheid, Voraussetzung für einen Rekurs, sei dreimal verlangt worden, sagt Gemeindeschreiber Matthias Hildebrandt auf Anfrage.

Jonas Schönberger ist optimistisch. An ihrer Infoveranstaltung vor der Eingabe des neuen Baugesuchs hätten sie keinen «Megagegenwind» gespürt. Natürlich hätten die Nachbarn lieber eine grüne Wiese vor dem Sitzplatz, ohne ein anderes Haus darauf. Aber die Parzelle sei nun einmal Bauland, so der ehemalige Kantonsrat (2008 bis 2016) der Schaffhauser AL.

Verzicht auf Tiefgarage

Sie hätten versucht, die alten Pläne so weit wie möglich zu behalten, sagt Jonas Schönberger. Vereinfacht gesagt fehlt beim neuen Projekt der kleinere Hausteil mit drei Einheiten. Und statt einer Tiefgarage sind Aussenparkplätze vorgesehen. Der Zugang zu den zwei 1,5- und drei 3,5-Zimmerwohnungen, die im Lea-Label erstellt werden, ist neu im Gebäude integriert. Lea, «Living Every Age», ist das weltweit erste Gütesiegel mit Zertifizierung für hindernisfreie und altersgerechte Wohnungen.

Mit genossenschaftlichen Mietwohnungen wird laut Kurzbeschrieb von Friedas Garten guter und preisgünstiger Wohnraum für ältere Bevölkerungskreise geschaffen. Über Anteilscheine sind die Bewohnerinnen und Bewohner am Genossenschaftskapital beteiligt und damit Miteigentümerinnen und Miteigentümer auf Zeit. Vorgesehen ist das nicht gewinnorientierte Modell der Kostenmiete. Die Miete bemisst sich an den tatsächlich entstehenden Kosten für Bau, Finanzierung, Unterhalt und Verwaltung und deckt diese.