Das ging schnell. Man sei offen auch für Innovationen wie einen Pilotversuch für bedarfsgerechten ÖV, schrieb sich das Weinland als eine von 25 Massnahmen in sein regionales Gesamtverkehrskonzept. Verabschiedet wurde dieses im November 2023. Zweieinhalb Jahre später ist die Region der offizielle Perimeter im Kanton, um das Potenzial automatisierter Mobilitätsangebote im ÖV zu ermitteln.
Ob und, wenn ja, ab wann Fahrzeuge ohne Fahrpersonal unterwegs sein werden, ist aktuell nicht klar. «Der Thurauenbus nach altem Verfahren kommt sicher früher», sagte Christine Dasen vom kantonalen Amt für Mobilität; dieser Testbetrieb wurde auf Frühling 2027 verschoben (AZ vom 6.3.2026). Für die neue Mobilitätsform bestehe jedoch «die reelle Chance», dass sie auch tatsächlich hier ausprobiert werde, sagte sie.
Schon im April geht es los
Christine Dasen sprach am Donnerstag in Andelfingen nach der Delegiertenversammlung der Zürcher Planungsgruppe Weinland (ZPW). Dieser Zweckverband befasst sich als einer von elf im Kanton mit der Raumplanung sowie der aktiven Entwicklungsplanung im Bezirk Andelfingen. Präsident Patric Eisele (Dorf) kündigte das Referat von Christine Dasen als Osterei an. Denn noch sei nicht bekannt, was die Studie im Weinland finden werde. Er freut sich, dass die Zukunft hier simuliert wird.
Beteiligt am Projekt sind SBB, ZVV, Postauto, das Amt für Raumentwicklung und die Region durch die ZPW. Im April erfolgt die Vergabe des Auftrags an ein externes Büro, im vierten Quartal 2026 soll das Projekt abgeschlossen sein. Der Auftrag lautet: Angebotsformen definieren, Massnahmen evaluieren, Potenzial und Risiken bewerten sowie Herausforderungen benennen.
Auf Dauer günstiger
Bezüglich autonomen Fahrens wurden die Voraussetzungen 2023 mit der gesetzlichen Anpassung des Schweizer Strassenverkehrsgesetzes geschaffen. Christine Dasen erwähnte drei aktuell laufende Versuche: in Arbon TG ein Bus, in Sitten VS ein kleines Postauto und der Test im Furttal; dort sollen bereits in der ersten Hälfte 2026 selbstfahrende Personenwagen reale Fahrgäste transportieren. Laut «Handelszeitung» vom Donnerstag sind auf über 110 Kilometern Strecke etwa 460 Haltepunkte angedacht.
Das Weinland wird als ganze Region angeschaut. Es eigne sich als Beispielgebiet, da ein Anteil des ÖV von 9 Prozent der Wege und 25 Prozent der zurückgelegten Strecken auch im Vergleich mit anderen ländlichen Regionen ein tiefer Wert sei. Es seien verschiedene Formen möglich, und sie wollten verschiedene Konzepte ausprobieren, sagte Christine Dasen. Ohne Erkenntnisse vorwegnehmen zu wollen, glaubt sie, dass automatisiertes Fahren in schwach frequentierten Gegenden «auf die Länge günstiger» ist.
Ein Delegierter erinnerte an Tests in Schaffhausen und dämpfte zu hohe Erwartungen. «Noch kein Versuch hat funktioniert.» Er appellierte an Christine Dasen, sich über gemachte Erfahrungen auszutauschen. Sie nickte.
Das Weinland simuliert den selbstfahrenden ÖV