Ein «Wimmelbuch in 3D» – das ist für Kinder die Miniaturwelt, und genau das sei die Absicht, sagt «Smilestones»-Geschäftsführer René Rüedi. Die Erwachsenen suchen und finden zuerst die bekannten Wahrzeichen und Landschaften. Die Kinder entdecken unterdessen von ihrer Augenhöhe aus Details, die den Grossen verborgen bleiben.
«Unsere Anlage will einfach Freude machen. Alle Generationen können darin stundenlang Szenen und Orte entdecken, die Erinnerungen wachrufen», erklärt René Rüedi. Puristisch gesinnte Modellbauer müssten allerdings tolerant sein: Manche Gebäude entsprechen exakt dem Original, doch sehr vieles ist der Realität lediglich stilgerecht nachempfunden. «Unsere Ausschnitte kombinieren originalgetreu nachgebaute Wahrzeichen im Masstab 1:87 mit Umgebungen, die wir aus abgewandelten Modellbausätzen hergestellt haben», sagt der Geschäftsführer.
Staunen und schmunzeln sollen die Gäste. Der Humor lauert überall: die Samba-Truppe neben dem Trachtenchor, der flüchtende Bräutigam, Schaffhausens halbierte Bänkli … die kreativen Macher können ihre Ideen über Nacht einbauen.
Alles wahrnehmen ist unmöglich
Rund 23'000 Figuren, 12'000 Bäumchen, 550 Gebäude und 700 Fahrzeuge auf und neben magnetischen Fahrbahnen sind zu sehen. Dazwischen fahren 120 Modelleisenbahnzüge auf 1300 Metern Schienen. In der Technikzentrale wimmelt es von Elektronik, aber auch von allerhand Werkzeug und Klebstoffen. Dank Satellitensystem werden Geschwindigkeit und Fahrverhalten bestimmter Fahrzeuge über Funk reguliert – so stoppt ein Auto vor der sich senkenden Bahnschranke. Auch die Gäste können per Knopfdruck Figuren und Gegenstände in Bewegung setzen. Besonders gern drücken sie den Knopf bei der Lindt & Sprüngli-Schokoladenfabrik, die eine Lindorkugel auswirft.
Die «Andelfinger Zeitung» verlost 2×2 Tageskarten für «Smilestones», von der «Miniaturwelt am Rheinfall» zur Verfügung gestellt. Wer mitmachen möchte, sendet bis spätestens Donnerstag, 30. Juli 2026, 10 Uhr, ein E-Mail mit dem Stichwort «Smilestones» an agenda@andelfinger.ch. Viel Glück! (az)
2018 nicht ans Zügeln gedacht
Die Miniaturwelt war die Idee des Kreativdirektors und Verwaltungsrats Raphael Meyer. «2017 wurde ich für die Finanzen angefragt und fand das Vorhaben eher eine Schnapsidee. Nach unserer Reise ins Miniatur Wunderland Hamburg hatte er mich im Sack», sagt René Rüedi. Monate vergingen mit der Investoren- und Immobiliensuche und Anlagenplanung. Dann bauten rund 30 kreative und handwerklich geschickte Menschen das Modul Ostschweiz.
Mit der Ostschweiz eröffnete «Smilestones» im November 2018 im SIG Areal mitten in Neuhausen. Ein knappes Jahr später war das Modul Berner Oberland fertig, dann das Modul Appenzellerland. Dieses steht nun zerlegt im Foyer des neuen Standorts und sieht wieder unfertig aus.
In Wahrheit wurde es kürzlich mit der Motorsäge brachial durchtrennt, quer durch die Gestelle, Holzplatten, Styroporberge, Gipsobjekte, Schienen und Strassen. «Bei der Gründung haten wir keinen Umzug vorgesehen», sagt René Rüedi. Die an Ort und Stelle am Stück erbauten, riesigen Anlageteile mussten für den Transport portioniert werden. «Der Umzug war also eine Riesensache. Zum Glück haben uns viele der einstigen Handwerker beim Neuaufbau wieder unterstützt.»
Umzug war grosser Schritt nach vorn
Seit vier Monaten ist «Smilestones» am Fuss der Hochhäuser im Rhytech-Areal zu finden. Der Standort im eleganten, denkmalgeschützten Empfangsgebäude der einstigen Alusuisse sei «eine Ehre für ‹Smilestones›». Die nötige Totalsanierung des alten Standorts hatte den anspruchsvollen und kostspieligen Umzug zur Folge.
Doch der Schritt stimme ihn bereits heute begeistert, sagt der Geschäftsführer. Am neuen Ort seien die Besucherzahlen gut, und es gebe perfekte Räume für Events und Seminare. «Nun bauen wir dieses Angebot aus und festigen den Betrieb. Der Wiederaufbau von Appenzell und die Erweiterung der Anlage mit neuen Landesteilen stehen nicht zuoberst in der Agenda.»
In den Sommerferien zieht es viele in die Ferne. Doch auch die Region bietet diverse interessante Aktivitäten. Der Besuch einer Badi geht
natürlich immer. Im Rahmen unserer Sommerserie stellen wir einige Alternativen vor. (az)
Die Miniwelt voller Maxihumor