Der Termin der Dorfet fällt auf das Ende der Legislatur. Ist die Dorfet auch ein bisschen die Abschiedsparty des Gemeindepräsidenten?
Patric Eisele: Die Dorfet «gehört» nicht dem Gemeindepräsidenten, sondern dem Dorf. Dass sie in meine letzte Legislaturperiode fällt, ist daher Zufall. Wenn ich mir etwas wünsche, dann nicht einen Abschied für mich, sondern ein Fest, das den Menschen noch lange positiv in Erinnerung bleibt. Die letzte Dorfet liegt bereits einige Jahre zurück, und unser Ziel war von Anfang an, wieder einmal einen Anlass zu schaffen, der Menschen zusammenbringt.
Was war der Auslöser?
In einer Zeit, in der vieles digitaler und oft auch anonymer geworden ist, sind persönliche Begegnungen wichtiger denn je. Die Dorfet soll genau diesen Raum schaffen: für Gespräche, neue Bekanntschaften, gemeinsames Lachen und schöne Erinnerungen. Gleichzeitig möchten wir unseren Vereinen die Bühne geben, die sie verdienen. Sie leisten das ganze Jahr über einen wichtigen Beitrag für unser Dorfleben und sind ein tragender Pfeiler unserer Gemeinschaft.
Kommen die Dorfemer überhaupt zum Feiern, oder sind alle am Arbeiten?
Natürlich steckt hinter einem solchen Anlass unglaublich viel Arbeit. Viele Menschen investieren ihre Freizeit, übernehmen Schichten und packen mit an. Genau das macht aber auch den besonderen Geist eines Dorffests aus. Es zeigt, was möglich wird, wenn viele gemeinsam an einem Strick ziehen.
Deshalb sage ich einfach: «Danke!» Danke an die Vereine, an die Helferinnen und Helfer, an alle Sponsoren und Unterstützer. Ohne sie gäbe es keine Dorfet.
Aber?
Ich bin überzeugt, dass neben der Arbeit auch genügend Zeit bleibt, um das Fest zu geniessen. Denn die schönsten Erinnerungen entstehen oft genau dort, wo man gemeinsam etwas auf die Beine gestellt hat und danach miteinander feiern kann.
In welche Schicht hat sich der Gemeinde- und OK-Präsident eingetragen?
Da kommen einige Schichten zusammen. Mir war von Anfang an wichtig, nicht nur in der Planung und Organisation dabei zu sein, sondern auch während der Dorfet möglichst nah bei den Menschen. Wer mich sucht, wird nicht lange suchen müssen. Das gilt übrigens für das gesamte OK. Wir werden während des ganzen Festwochenendes auf dem Festplatz unterwegs sein, mitanpacken, unterstützen und natürlich auch die Gelegenheit nutzen, gemeinsam mit der Bevölkerung zu feiern. Denn eine Dorfet organisiert man nicht für die Menschen, sondern mit den Menschen.
Was war die grösste Herausforderung im Vorfeld?
Der Mut, etwas Neues zu wagen. Mit dem 90 Meter langen Tavolata Festzelt mitten im Dorfzentrum haben wir bewusst eine neue Dimension geschaffen.
Ist die Tavolata das «Schiitli», das Sie drauflegen, wie es im Programm heisst?
Genau. Die Idee des Tavolata-Zelts war schnell geboren. Die eigentliche Herausforderung begann danach: Wie füllt man ein solches Zelt mit Leben? Wie schafft man eine Atmosphäre, in der Menschen zusammenkommen, essen, lachen, diskutieren und gemeinsam feiern? Alles Weitere entstand aus dem Wunsch heraus, etwas Besonderes für unser Dorf zu schaffen.
Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?
Auf die Menschen. Darauf, dass das Festgelände voller Leben ist. Wenn Kinder über den Platz rennen, wenn Freunde und Familien gemeinsam an den langen Tischen sitzen, wenn Musik durch die Dorfstrasse klingt und überall Gespräche und Lacher zu hören sind.
Ich freue mich auf die vielen kleinen Momente, die man nicht planen kann: spontane Begegnungen, alte Bekanntschaften, die wieder aufleben und neue Freundschaften, die vielleicht entstehen. Genau diese Momente machen eine Dorfet einzigartig.
Und wenn die letzte Festbank weggeräumt ist: Woran werden Sie erkennen, dass die Dorfet ein Erfolg war?
Nicht an Zahlen und nicht an Statistiken. Ein Erfolg ist für mich, wenn die Menschen mit einem Lächeln nach Hause gehen. Wenn noch Wochen später über schöne Begegnungen, lustige Geschichten und besondere Momente gesprochen wird. Wenn Vereine neue Kontakte knüpfen konnten und das Gefühl bleibt, dass wir als Dorf wieder ein Stück näher zusammengerückt sind. Wenn am Ende viele sagen: «Das war eine Dorfet, an die wir uns gerne erinnern werden», dann haben sich alle Stunden Arbeit mehr als gelohnt.
Es soll heissen, «an diese Dorfet erinnere ich mich gern»