Neuer Volg und 15 Wohnungen

Ossingen - Die Landi Weinland überbaut ihr grosses Grundstück an der Mitteldorfstrasse neu. Geplant sind drei Gebäude mit Volg-Laden, 15 Wohnungen und Tiefgarage. Das Bauvorhaben ist ausgesteckt, die Auflagefrist beendet.

Silvia Müller (sm) Publiziert: 23. Oktober 2026
Lesezeit: 3 min

Bald wird sich Ossingens Ortszentrum nach langer Zeit sichtlich verändern. Das 1900 erbaute Gebäude der einstigen landwirtschaftlichen Genossenschaft samt Tankstelle wird nächstes Jahr ebenso abgerissen wie das 1968 erstellte Volg-Gebäude. Zusammen mit dem Parkplatz dahinter misst das Grundstück 1968 Quadratmeter. Bisher war die Fläche schwach genutzt, als Umschlagplatz, Parkplatz und einmal im Jahr für die Schifflischaukel. Der Jahrmarkt am 19. November wird also die letzte Gelegenheit zum Schiffli­schwingen hinter dem Volg.

Beim Bauprojekt in der Kernzone 1 und im überkommunalen Ortsbildschutzbereich kommt der Einordnung der Neubauten in das bestehende Ortsbild besondere Bedeutung zu. Anders als heute werden die drei Mehrfamilienhäuser das gesamte Areal weitgehend bedecken.

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Der Volg-Laden wird ungefähr am Ort der heutigen Tankstelle liegen. | zvg

Strassenbild bleibt

An der Mitteldorfstrasse wird die optisch gewohnte, versetzte Fassadenfront im Neubau wieder aufgenommen. Der schmale Fussgängerdurchgang mit dem Anschlagbrett verschwindet, denn die beiden strassenseitigen Neubauten werden zusammengebaut.

Anderswo entsteht deutlich mehr optische Durchlässigkeit: Die bisher sehr schmale Durchfahrt zum Eckhaus Steinerstrasse/Mittel­dorf­strasse wird stark verbreitert. Und hinter dem Laden entsteht eine neue, begrünte Sichtachse.

Die Kundenparkplätze bleiben ungefähr am heutigen Standort. Der Volg-Laden wird in den rechten Gebäudeteil umziehen und auf rund 220 Quadratmetern Fläche das Grundversorgungssortiment bieten. Sein Eingang kommt etwa dorthin, wo zurzeit und noch für wenige Monate die Tanksäule steht – diese Tankstelle wird aufgehoben.

Arbeitsabläufe für Laden optimieren

Im Erdgeschoss des linken Neubaus werden die Anlieferungsrampe sowie  die Neben- und Lagerräume des Ladens untergebracht, in zwei darüberliegenden Geschossen Wohnungen. Der Neubau auf der Rückseite wird auf allen drei Geschossen zum Wohnen ausgebaut. Insgesamt sind 15 Einheiten geplant: vier Zweizimmer-, sieben Dreizimmer- und vier Vierzimmerwohnungen. Abgesehen von den sieben Kundenparkplätzen an der Strasse ist das Areal für Fussgänger angelegt.

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Das Grundstück wird begrünt und besser ausgenutzt. | zvg

Autos in den Untergrund

Mit dem Auto erfolgt der Zugang zu den Wohnungen über die Tiefgarage, wo 38 Parkplätze vorgesehen sind. Der seit Jahrzehnten versiegelte Umschwung wird in Zukunft bepflanzt und den Wohnungen als Aussenraum und als Spielplatz dienen.

Während den Ladenöffnungszeiten werden rund 2000 Kunden pro Woche erwartet, wobei die stärkste Nachfrage um die Feierabendzeit liegt.

Holzbau und erneuerbare Energie

Das Projekt aus dem Team der Robert Schaub AG setzt auf Holzbauweise mit Holzschalung, Leichtbauwänden und Steildächern mit Ziegeleindeckung. Auf dem strassenabgewandten Mehrfamilienhaus ist eine Indach-Solaranlage geplant. Die Wärmeversorgung für alle Gebäude erfolgt zentral über eine 250 Meter tiefe Erdwärmesonde und eine Wärmepumpe. Auch für die Warmwasseraufbereitung ist ein zentraler Elek­troboiler vorgesehen. Das Gebäudevolumen wird 12'000 Kubikmeter gross, die Baukosten sind mit rund 8,7 Millionen Franken veranschlagt.

Das Baugesuch nennt als mögliche Bauzeit den Zeitraum von Juni 2027 bis Juli 2029. Die 20-tägige Auflagefrist ist gestern abgelaufen. Aus Sicht der Gemeinde wäre eine Baubewilligung noch dieses Jahr möglich, sagt Gemeindeschreiber Sven Fehse. Wie bei jedem Kernzonenprojekt liege das Dossier nun aber beim Kanton, und bereits zeichne sich eine Verzögerung ab. Zudem sei der Baurechtsentscheid verlangt worden, was die Möglichkeit von Rekursen gegen die Baubewilligung offenhalte.

«Ladenprovisorium auf gutem Weg»

Vor einiger Zeit wurde die Bevölkerung im «Wydeblatt» um Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für das Ladenprovisorium gebeten. Mit Erfolg, man stehe kurz vor der Vertragsunterzeichnung, sagt Landi-Weinland-Geschäftsführer Lukas Landolt. «Wo genau das Ladenprovisorium hinkommt, kann ich erst nach dem Vertragsabschluss verraten. Aber der Laden wird zentral im Dorf sein und fast das ganze bisherige Sortiment bieten, inklusive die Postdienstleistungen.» Offen sei auch der genaue Zeitpunkt der Eröffnung. «Das hängt davon ab, wann wir die Baufreigabe erhalten.» Die Bagger könnten frühestens am 1. Juni 2027 auffahren.