Resultat als Behörde ist entscheidend

Andelfingen - Fünf Parteien von links bis rechts stellen sich hinter fünf Kandidaturen für den Gemeinderat. Es passe, begründet die SVP die Auswahl. Entscheidend für eine Behörde sei die Teamleistung, betont die SP.

Roland Spalinger (spa) Publiziert: 04. April 2026
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Es sei schon anders gewesen. Rolf Häusler als Vertreter der SVP erinnerte an frühere Wahlen, als jede Partei für sich schaute. Am Mittwoch begrüsste er im Namen des überparteilichen Fünfer­tickets die Gäste im Kirchgemeindehaus Andelfingen. Sie hätten sich zusammengetan, weil es gepasst habe. In der Verabschiedung 90 Minuten später verdeutlichte der wiederkandidierende Präsident der Sek Kreis Andelfingen, Thomas Röhren (SP), was damit gemeint ist: Nicht der Einzelne sei entscheidend, sondern das Resultat der Behörde als Team. Wenn dieses nicht funktioniere, «steht alles still». Diese fünf wollten miteinander zusammenarbeiten.

Zwischen Begrüssung und Verabschiedung stellten sich Marianne Schaub und Luca Ehrismann (beide FDP), Dani Grab (parteilos) sowie Erwin Moser und Markus Tunkel (beide SVP) vor. Sie lobten das aktive Dorf- und Vereinsleben sowie die Einkaufsmöglichkeiten. Helen Staub begleitete die Veranstaltung als Moderatorin. Ein bisschen kontrovers – die fünf treten bekanntlich miteinander und nicht gegeneinander an – wurde es im Rahmen der Fragerunde, als ein Anwesender die Meinung zu Windrädern hören wollte und ein anderer «nach den schönen Worten über Andelfingen», wo denn die Probleme lägen.

Eher gegen Windräder

Von irgendwo müsse der Strom kommen, sagte Erwin Moser, Landwirt und mit seiner Firma in der Elektromobilität tätig. Markus Tunkel ist nicht «per se» gegen Windräder, Dani Grab hingegen grundsätzlich schon. Marianne Schaub will keinen Wald opfern für wenig Ener­gie­, vor allem aber hätten zuerst Windmessungen gemacht werden sollen. Und Luca Ehrismann findet, solche Anlagen müssten näher bei den grossen Verbrauchern errichtet werden.

Kollegial äusserten sich die beiden Bisherigen zu Schwierigkeiten. Im Gemeinderat würden sehr wohl Pro und Kontra abgewogen, sagte Markus Tunkel. Marianne Schaub gab mit der Erwähnung des Vorgehens bei der Gestaltung der Landstrasse den Hinweis, dass sie Gewicht auf den Einbezug der Bevölkerung lege.

Genau das hatte Luca Ehrismann kritisiert. Der Verkauf des «Einhorn» sei pfannenfertig vorgelegt worden und dann gescheitert. Erwin Moser schlug in die gleiche Kerbe. In den Aussenwachten sei man oft in der Opposition zum Gemeinderat gewesen und habe gemerkt, dass Bürger und Behörde nicht zusammenarbeiteten.

Harry-Potter-Fan und Farmfluencer

Für Dani Grab geht Andelfingen finanziell in die falsche Richtung, nannte er seine Präferenz. Und er sagte, dass er schon nach seinem Rücktritt als RPK-Präsident mit dem Gedanken gespielt habe, in die Gemeindepolitik zurückzukehren. Tiefbauvorsteherin Marianne Schaub liebäugelt nicht mit einem Wechsel und outete sich als Harry-Potter-Fan. Markus Tunkel (Soziales) will angefangene Projekte zu Ende führen, namentlich die Sanierung der Badi; er arbeitet Vollzeit und führt in der Freizeit das Club-Beizli des FCEM. Luca Ehrismann, mit Jahrgang 1993 der Jüngste, geht dreimal pro Woche ins Gym und hat in 14 Jahren nur zwei Gemeindeversammlungen verpasst. Schon mit 20 sei ihm klar gewesen, dereinst kandidieren zu wollen. Erwin Moser hat als Farmfluencer für den Bauernverband die Umstellung seines Hofs von konventioneller Landwirtschaft zu Bio festgehalten. Er ist Rotarier und (Männerriege)Turner – anders als Dani Grab jedoch in Dägerlen.

Zwei Minuten Zeit gewährten die Parteien EVP, FDP, GLP, SP und SVP neuen Kandidierenden für andere Behörden wie Schulpflege (Sek und Primar) sowie RPK. Jüngste Kandidierende überhaupt ist Soraya Wehrli (2004, SP) für die Sek. 

In den gut besetzten Stuhlreihen war auch Roberto Violi, der sich erneut zur Verfügung stellt und auch fürs Gemeindepräsidium kandidiert. Er hielt sich an die Vorgabe von Rolf Häusler. Es gehe an diesem Abend um die Kandidierenden des überparteilichen Fünfertickets, hatte dieser am Anfang mahnend erwähnt. Kandidatin Jacqueline Kucera (Mitte) war nicht anwesend. Gewählt wird am 12. April.