Innenansicht.
Im Herbst gibt es im Gasthof Sternen in Flaach Wild, im Frühling – Saisonbeginn ist morgen Samstag – Spargeln. Und dazwischen öffnen Thomas und Kerstin Rüegg ihr Lokal jeweils am ersten Wochenende eines Monats. Die Umstellung 2019 hat sich eingebürgert und sich für das Wirtepaar gelohnt. Sie hätten so Lebensqualität erhalten, sagt Thomas Rüegg.
Nun haben sie den nächsten Schritt eingeleitet. Das Lokal samt Mehrfamilienhaus ist seit März auf Immobilienportalen für 3,85 Millionen Franken zum Verkauf ausgeschrieben. Der «Landbote» berichtete online zuerst, der «Blick» zog nach. Dass sich bezüglich der Besitzverhältnisse schnell etwas ändert, glaubt Thomas Rüegg indes nicht.
Der «Sternen» ist seit 100 Jahren im Besitz seiner Familie: Anna und Ernst Rüegg von 1930 bis 1958, dann Sidonia und Hardy Rüegg, und seit 1994 führt eben die dritte Generation mit Thomas und Kerstin Rüegg den Betrieb.
2013 verkleinerten sie den Saal und bauten fünf Wohnungen ein. Fünf Jahre später funktionierten sie das Kegelbahngebäude um. Vor allem aber machten sie damals gastronomisch einen Schnitt: Sie entschieden, das Lokal ab 2019 nur noch saisonal und sporadisch zu öffnen (AZ vom 30.10.2018).
Jetzt steht mit dem Verkauf der noch grössere Schritt an. Mit Thomas Rüegg führte das jüngste von vier Kindern den Familienbetrieb weiter. Sein Sohn (27), obwohl «Vollblut-Gastronom», wie Thomas Rüegg sagt, wird das nicht tun. Er habe definitiv abgesagt, erzählt der Vater voller Verständnis. Man brauche eine Partnerin, die mitziehe. Die Gesellschaft allgemein und die Gastronomie im Besonderen, vor allem unter der Woche, hätten sich verändert.
Die Rüeggs befassten sich also mit der Zukunft und kamen zum Schluss: «Ein Verkauf ist die einzig vernünftige Lösung.» Er sei bald 60-jährig, wolle aber nicht bis 70 arbeiten. Aber so, wie es jetzt laufe, könnten sie das Lokal neben der externen Teilzeitanstellung gut weiterführen. Auch länger. «Wir sind noch nicht müde», sagt er.
Bis Pfingstmontag dauert die Spargelsaison im «Sternen». Die Planung für den Herbst hätten sie im Auge. Und die Erinnerung an das Weihnachts-, Silvester- und Ostergeschäft sei erfreulich. Ihre Klassiker seien nach wie vor gefragt, neu erfinden müssten sie sich nicht mehr. Wer im «Sternen» reserviert, weiss, was er erhält.
Wenn sich eine Nachfolge ergibt, empfehlen sie, auf die in Flaach wachsenden Spargeln zu setzen. Sie hätten Stammkunden, die seit 50 Jahren kommen würden. Ihr Ensemble hat neben der Gastwirtschaft weitere Vorzüge. Teile des Hauses sind denkmalgeschützt. Nicht betroffen davon ist das separate ehemalige Kegelbahngebäude sowie der südseitige Anbau. Rüeggs haben eine Studie erstellen lassen. Auf dem Bauland könnte ein Haus mit sechs Wohnungen erstellt werden.
Zuerst die Spargelsaison