Nicht Postkartenidylle, sondern konkrete Projekte und Zahlen prägten den Tourismusdialog der Standortförderung Zürcher Weinland am Montagabend.
Seit Jahresbeginn verstärkt David Heritsch als Projektmitarbeiter für Freizeit und Tourismus die Standortförderung. Am Dialog zog er eine erste Bilanz. So wurden auf den Weinwanderwegen über 1100 Buchungen verzeichnet. Dies wertete er als Hinweis darauf, dass die auf Qualität ausgerichteten Angebote auf Nachfrage stossen.
Auch bei den «Genüssler»-Gutscheinen zeige sich eine gewisse Nachfrage: Über 200 seien bereits eingelöst worden, während weitere im Wert von rund 20'000 Franken im Umlauf seien. Solche Instrumente würden gezielt eingesetzt, um regionale Angebote miteinander zu verknüpfen und zusätzliche Wertschöpfung in der Region zu halten, sagte er.
Zudem wurden neue Formate getestet. Die Biodiversitätstage im Frühjahr sowie der Anlass «Wein im Rebberg» verzeichneten zahlreiche Teilnehmende, Letzterer mit mehreren Hundert Besucherinnen und Besuchern. Ergänzend dazu wurden unterschiedliche Führungen angeboten, darunter auch solche mit historischem Bezug, etwa zur Festung Ebersberg oder zur Villa Arbenz in Dorf.
Neue Angebote
Für die kommenden Monate stellte er verschiedene Projekte in Aussicht. Geplant sind zusätzliche Themenführungen, unter anderem zur Industriegeschichte sowie zur Weinproduktion in der Region. Damit soll das bestehende Angebot thematisch erweitert werden. Hinzu kommt ein zweistündiger Schnupperkurs auf dem Golfplatz Goldenberg.
Auch ein weiteres Projekt griff er auf: den Hopfenanbau im Stammertal. Mit dem «Bierhopfenpfad» soll dieses Thema neu aufgenommen und weiterentwickelt werden. Die Hopfenpflanzen, die innerhalb weniger Monate mehrere Meter Höhe erreichen und über Jahrzehnte das Landschaftsbild prägten, stehen dabei im Zentrum. Bereits vor einigen Jahren wurde im Stammertal ein entsprechender Themenpfad lanciert, der inzwischen aber nicht mehr angeboten wird. Nun soll das Thema in überarbeiteter Form wieder aufgegriffen und neu inszeniert werden.
Neben neuen Vorhaben sollen bestehende Angebote weitergeführt werden. Dazu zählen die Biodiversitätstage im Mai, drei Genusswanderungen Anfang September sowie die Veranstaltung «Wein im Rebberg». Neu im Programm ist zudem das gemeinsam mit dem Regionalen Naturpark Schaffhausen entwickelte «Erlebnis Rhein». Ergänzend dazu sind geführte «Wine Tours» vorgesehen, bei denen Besucherinnen und Besucher von Guides begleitet werden und Einblicke in Weinbau, Weinwissen und die Geschichte der regionalen Weinkultur erhalten.
Auch die Digitalisierung war Thema des Abends. Christoph Einsele von der Heyteo AG mit Sitz in Benken stellte mit dem «Zürcher Weinland Concierge» eine Plattform vor, die touristische Informationen bündeln soll und auf Anfrage passende Vorschläge generieren kann. Damit soll der Zugang zu Angeboten vereinfacht und die Orientierung für Gäste erleichtert werden. Der Tourismusdialog machte damit deutlich, dass die Region ihre Angebote laufend überprüft und weiterentwickelt. Gleichzeitig diente der Anlass dem Austausch zwischen den beteiligten Akteuren und bot einen Überblick über laufende sowie geplante Projekte im Zürcher Weinland.
Veranstaltungsort mit Tradition
Eingeladen wurde auf den Riethof in Dachsen – einen Betrieb, der die Verbindung von Landwirtschaft und Tourismus seit Jahrzehnten lebt. Der Riethof ist bis heute ein aktiver Landwirtschaftsbetrieb mit Ackerbau, zugleich aber auch ein etablierter Eventort. Gastgeberin Marionne Hotz-Rubli erinnerte daran, wie ihre Eltern im Jahr 1996 den ehemaligen Schweinestall schrittweise zur heutigen Stallstube umbauten. Drei Jahre später kam eine Driving Range, also ein Golf-Übungsplatz, hinzu, die den Betrieb zusätzlich prägte.
Man habe sich bewusst gegen eine klassische Besenwirtschaft entschieden, betonte sie: «Wir arbeiten ausschliesslich mit geschlossenen Gesellschaften.» Eine Ausnahme bilde lediglich die Metzgete im November. In der Küche setze man konsequent auf saisonale und regionale Produkte.
Neuer Schwung im Tourismus