Saisonbeginn: Asiatische Hornisse im Zürcher Weinland nachgewiesen

Flurlingen - Im Siedlungsgebiet ist ein Primärnest der Asiatischen Hornisse entdeckt worden. Der Fund gilt als früher Hinweis auf die diesjährige Aktivität der invasiven Art im Zürcher Weinland.

Stefanie Tumler (st) Publiziert: 05. Mai 2026
Lesezeit: 2 min

Was im Frühling oft unbemerkt beginnt, ist nun sichtbar geworden: In Flurlingen ist ein Primärnest der Asiatischen Hornisse entdeckt worden. Die Gemeinde weist auf ihrer Website darauf hin.

Der Fund wird von der kantonalen Baudirektion bestätigt. Das Nest be­findet sich im Siedlungsgebiet und ist bislang noch nicht entfernt worden. Derzeit werde das weitere Vorgehen abgeklärt, heisst es auf Anfrage der AZ. Zudem sei am 26. April eine einzelne Asiatische Hornisse gemeldet worden.

Für das Zürcher Weinland ist dies die erste bestätigte Meldung in diesem Jahr. Bereits im vergangenen Jahr wurden in der Region einzelne Tiere gesichtet (AZ vom 9.5.2025 und 12.9.2025). In Ossingen wurde im Herbst zudem ein Sekundärnest entdeckt und entfernt (AZ vom 10.10.2025).

Auch in anderen Teilen des Kantons gibt es erste Hinweise: Ende April wurde in Bülach eine Asiatische Hornisse gemeldet, wie der «Tagesanzeiger» berichtet. Noch sind solche Meldungen selten, mit steigenden Temperaturen dürfte ihre Zahl jedoch zunehmen.

Vom Primärnest zum Sekundärnest

Das nun entdeckte Primärnest ist typisch für die frühe Phase im Lebenszyklus, wie ein Imker aus der Region erklärt, der anonym bleiben möchte. Eine einzelne Königin beginnt im Frühling mit dem Bau eines kleinen Nests und zieht darin die ersten Arbeiterinnen auf. Diese Nester sind meist unscheinbar und befinden sich oft in der Nähe von Gebäuden, etwa unter Dachvorsprüngen oder in Schuppen.

Laut ihm verlagert das Volk seinen Standort, sobald genügend Arbeiterinnen vorhanden sind. Ab dem Sommer entsteht ein sogenanntes Sekundärnest, das in der Regel hoch oben in Bäumen angelegt wird. Diese Nester sind deutlich grösser und können eine Höhe von bis zu 80 Zentimetern und eine Breite von rund 50 Zentimetern erreichen. In einem solchen Nest leben im Verlauf des Sommers mehrere Tausend Tiere, oft zwischen 5000 und 6000.

Er weist zudem darauf hin, dass ein Volk im Spätsommer neue Königinnen produziert. Überleben diese den Winter, gründen sie im folgenden Frühjahr jeweils ein eigenes Primärnest. Auf diese Weise kann sich die Art schrittweise weiter ausbreiten.

Ausbreitung in der Schweiz

Die Asiatische Hornisse wurde 2004 erstmals in Europa nachgewiesen und hat sich seither kontinuierlich ausgebreitet. In der Schweiz ist sie seit 2017 bekannt, im Kanton Zürich seit 2023.

Während sie in der Westschweiz bereits weiter verbreitet ist, steht ihre Entwicklung im Kanton Zürich noch am Anfang. Die Behörden setzen deshalb weiterhin auf Eindämmung. Dazu gehört insbesondere, Sichtungen zu melden und Nester möglichst früh zu entfernen.

Auswirkungen und Umgang

Die Asiatische Hornisse ernährt sich von verschiedenen Insekten, darunter auch Honigbienen, und kann dadurch für die Imkerei problematisch werden. Für Menschen besteht in der Regel kein erhöhtes Risiko.

Zur Eindämmung der Ausbreitung sollten Sichtungen konsequent über www.asiatischehornisse.ch gemeldet werden. Fachleute raten davon ab, Nester selbst zu entfernen, und empfehlen, dafür spezialisierte Fachpersonen beizuziehen.

Für die Entfernung eines Primärnests kommt in der Regel der Grundeigentümer auf. Anders ist es bei den später entstehenden, deutlich grös­seren Sekundärnestern: Deren Beseitigung wird meist vom Kanton übernommen, da sie aufwendiger ist und die Nester oft ausserhalb des Siedlungsgebiets sowie in grosser Höhe liegen. Mit steigenden Temperaturen im Frühling nimmt die Aktivität der Tiere zu. Die kantonale Baudirektion rechnet deshalb in den kommenden Wochen mit weiteren Meldungen. (st)