Wenn Kinder ihre eigenen Nachrichten produzieren

Dachsen - Die 5. Klasse der Primarschule tauchte letzte Woche in die Welt des Journalismus ein: Im Rahmen eines Medienworkshops von SRF school produzierten die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Beitrag über den Rheinfall für die «SRF Kids News».

Stefanie Tumler (st) Publiziert: 08. April 2026
Lesezeit: 3 min

Für die 5. Klasse der Primarschule Dachsen war die letzte Woche alles andere als gewöhnlich. Hefte und Bücher waren zwar noch da – doch im Mittelpunkt standen Kamera, Mikrofon und jede Menge kreative Ideen.

Gemeinsam mit dem Team von SRF school – Diana Sulzer, Laura Dünser und Pascal Burkhard – tauchten die Schülerinnen und Schüler von Dienstag bis Donnerstag in die Welt des Journalismus ein. Ihr Ziel: einen eigenen Beitrag für die «SRF Kids News» produzieren, der bereits morgen Donnerstag ausgestrahlt wird.

Die Begeisterung war von Anfang an spürbar. Die «SRF Kids News» sind im Unterricht von Lehrer Gianluca Kissling längst fester Bestandteil. Umso grösser war die Freude, selbst hinter die Kulissen zu blicken – und Teil einer echten Sendung zu werden.

«Die Kinder kennen das Format gut und waren sofort motiviert, selbst aktiv zu werden», sagt er.

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Noch im Probelauf – Lias bereitet sich auf das Rheinfall-Quiz vor. | Stefanie Tumler

Ideen finden, planen, verstehen

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung. Gefilmt wurde noch nicht – dafür intensiv diskutiert und geplant. In einer Redaktionssitzung entschieden sich die Kinder gemeinsam für ihr Thema: den Rheinfall. In Gruppen machten sie sich an die Recherche, sammelten Fakten, überprüften Informationen und überlegten, wie sie diese verständlich erklären könnten.

Mit Storyboards planten sie ihre Beiträge Szene für Szene – und aus ersten Ideen entstand Schritt für Schritt ein konkreter Ablauf. Gegen Ende des Tages rückte ein weiteres wichtiges Thema in den Fokus: Fake News. Anhand eines Videos mit echten und manipulierten Bildern mussten die Kinder entscheiden, was stimmte und was nicht. Gleichzeitig lernten sie, worauf es bei verlässlichen Informationen ankommt – etwa auf die Quelle.

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In Dreiergruppen proben die Schülerinnen und Schüler das Quiz: Eine Person stellt die Frage, die anderen geben Antwortmöglichkeiten vor. | Stefanie Tumler

«Und … Action!»

Am Mittwoch wurde es konkret – und deutlich lebendiger. Für den Opener und den Closer standen die Kinder selbst vor der Kamera – gedreht wurde draussen auf dem Schulareal. Sie blickten gespannt in die Linse und warteten auf das Zeichen. Die Vorfreude war gross – und die Freude, selbst vor der Kamera zu stehen, noch grösser.

«Hallo zäme» – der Einstieg sass schnell. Trotzdem musste die Szene mehrmals aufgenommen werden. Mal stimmte der Ton nicht ganz, mal passte ein Detail im Bildausschnitt nicht.

Gefilmt wurden die Sequenzen von Pascal Burkhard, der auf die technischen Feinheiten achtete. FĂĽr die SchĂĽlerinnen und SchĂĽler wurde so sichtbar, wie viele kleine Faktoren zusammenspielen, bis eine Aufnahme wirklich gelingt.

Mit jedem Versuch wurden sie sicherer, lockerer – es wurde gelacht, kurz durchgeatmet und gleich wieder neu angesetzt. Nach den Aufnahmen kehrte die Klasse ins Schulzimmer zurück. Dort wurde weiter an Texten gefeilt, Sätze wurden angepasst und Abläufe geübt – auch die Suche nach einem passenden Titel spielte eine wichtige Rolle.

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«Wie tief ist das Rheinfallbecken?» – Die Schülerinnen und Schüler haben sich spannende Quizfragen überlegt. | Stefanie Tumler

Hinaus ins echte Geschehen

Der dritte Tag brachte schliesslich Action. Die Klasse reiste an den Rheinfall, dorthin, wo ihr Thema lebendig wurde. Vor Ort wurde der Beitrag weiter umgesetzt. Geplant waren unter anderem eine Bootsfahrt sowie ein Interview mit dem Betreiber der Rheinfall-Boote.

Die Klasse arbeitete in zwei Gruppen: Während die eine den News-Beitrag umsetzte, produzierte die andere ein Quiz zum Rheinfall, das als sogenannter «Youtube Short» – ein kurzes Videoformat – gedreht wurde.

Für die Schülerinnen und Schüler bedeutete das den Schritt von der Vorbereitung in die Praxis: Fragen wurden gestellt, Gespräche geführt und weitere Aufnahmen realisiert – mitten im echten Geschehen.

Medienarbeit im Schulalltag

Der Medienworkshop von SRF school richtet sich an Klassen der 5. und 6. Primarstufe und verbindet Theorie und Praxis. Pro Semester werden rund zehn Klassen aus der ganzen Deutschschweiz ausgewählt. Während früher Radiobeiträge stärker im Zentrum standen, liegt der Fokus heute vermehrt auf Videoformaten – diese sind besonders beliebt, weil die Kinder selbst vor der Kamera stehen und aktiv mitwirken können.